Artikel

diMaG – Ausgabe 3

Die Leseratte – Über die Mensch-/Tier-Werdungen eines Begriffs

Autor*innen

Ben Dittmann

Abstract

Der essayistische Artikel untersucht die Figur der Leseratte als hybrides Mischwesen zwischen Mensch und Tier, das zugleich kulturelle Projektionen und reale tierische Eigenschaften in sich trägt. Ausgehend von der literarischen Abwesenheit und gleichzeitigen Symbolkraft der Ratte seit dem Rattenfänger von Hameln, verfolgt der Artikel die Entwicklung der Leseratte als Metapher vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Dabei zeigt sich, dass der Begriff eng mit zeitgenössischen Diskursen über Lesesucht, Schädlichkeit, Gefräßigkeit und Ekel verwoben ist, die sich mit den zoologischen Zuschreibungen der Ratte überlagern. Im Kontrast zur moralischen und disziplinierenden Lesediätetiken, wird die Leseratte bei Deleuze und Guattari affirmativ umgedeutet: Sie erscheint als rhizomatische Figur, die neue Lektürepraktiken eröffnet und die Grenzen zwischen Hoch- und Trivialliteratur unterwandert. Der Artikel versteht die Leseratte als „contact zone“, die der Mensch-Tier-Beziehungen, Lesekultur und Sprache neu verhandelt werden und die zugleich die agency des Tieres sichtbar macht.
Inhaltsverzeichnis
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