Artikel

diMaG – Ausgabe 3

Zum Tier hin, vom Tier weg. Über künstlerische Entfernungen und Annäherungen an Mischformen

Autor*innen

Swen Schulte Eickholt

Abstract

Der Beitrag untersucht kulturgeschichtliche Figurationen von Mensch, Tier und Mischwesen als Schauplätze der Aushandlung menschlicher Identität. Ausgangspunkt sind antike Mythen der Giganto- und Kentauromachie, in denen die Ausmerzung hybrider Wesen die Grundlage einer vermenschlichten Ordnung und heteronormativer Herrschaft bildet. Diese mythische Logik wird kontrastiv mit drei modernen Narrativen gelesen: Friedrich de La Motte Fouqués Adler und Löwe inszeniert Zähmung als Überwindung des Animalischen und Vollzug bürgerlicher Ordnung; Nastassja Martins Essay An das Wilde glauben beschreibt demgegenüber eine existentielle Grenzimplosion zwischen Mensch und Tier, in der Identität hybridisiert und neu geboren wird; Valdimar Jóhannssons Film Dýrið schließlich kehrt die anthropozentrische Perspektive radikal um und erzählt vom Triumph der Mischwesen über den Menschen. In der Zusammenschau zeigt der Beitrag, dass Mischwesen weniger Randfiguren als vielmehr epistemische Prüfsteine sind: An ihnen verdichten sich Fragen nach Scham, Gewalt, Alterität und Zukunftsfähigkeit menschlicher Existenz jenseits binärer Ordnungen.
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