Artikel
diMaG – Ausgabe 3
Taxidermie als literarisches Motiv und kulturelle Praxis zwischen unheimlicher Verlebendigung, musealer Wissensordnung und kolonialer Inszenierung
Autor*innen
Cornelia J. Schnaars
Abstract
Was bedeutet es, wenn tote Tiere nicht einfach verschwinden, sondern in präparierter Form weiterexistieren – als verallgemeinerte Exponate eingebunden in koloniale oder wissenschaftliche Ordnungssysteme? Jane Healeys moderner Schauerroman The Animals at Lockwood Manor (2020) dient als Ausgangspunkt für Reflexionen über Ausstellungs-, Kategorisierung- und Aneignungspraxen nicht-menschlicher Tiere in öffentlichen wie privaten Sammlungskontexten. Im Zentrum des Beitrags steht die literarische wie kulturelle Ambivalenz von Tierpräparaten in einer Verflechtung von Wissen(smacht), Inszenierungsweisen und Grenzverhandlungen zwischen Leben und Tod, Subjekt und Objekt, unheimlicher Präsenz und Unsichtbarmachung. In einer stellenweisen Überblendung von fiktiven und realweltlichen zoologischen Sammlungen zeigt sich die Taxidermie zudem als kulturelle Praxis, die bis heute in einem Spannungsfeld zwischen Erkenntnisinteresse und Vergegenständlichung tierlicher Körper verortet ist.
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