Artikel
diMaG – Ausgabe 3
„das handelt von Leben und Tod”. Tierethische Perspektiven in der deutschsprachigen Gegenwartslyrik
Autor*innen
Felix Latendorf
Abstract
Der vorliegende Beitrag widmet sich tierethischen Perspektiven in der deutschsprachigen Gegenwartslyrik und setzt an dem maßgeblichen Befund an, dass bislang keine adäquate literaturwissenschaftliche Definition des Begriffs „Tiergedicht“ vorliegt. Nach einer Diskussion der vorliegenden Definitionsvorschläge (Tiergedichte als Dinggedichte oder Teil der Naturlyrik) wird eine eigene Begriffsexplikation ausgearbeitet. Dafür wird sich grundlegend auf Jacques Derridas Vorlesungen Das Tier, das ich also bin bezogen, wobei vor allem die Konzepte des Blicks und der Limitrophie fruchtbar gemacht werden. Die sich anschließenden Analysen untersuchen mithilfe der Begriffsexplikation tierethische Perspektiven ausgewählter Gegenwartsgedichte (Mikael Vogel, Philipp Saß, Kerstin Becker). Damit wird der Blick auf einen genuinen Gedicht-Bestand gerichtet, dessen Systematisierung noch aussteht und dessen poetisch-ethische Wirkweisen noch nicht bewertet wurden.
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