Artikel
diMaG – Ausgabe 3
Zwischen Tier und Mensch. Der Hund als Schwellenfigur der modernen Subjektkrise in Peter Flamms Ich?
Autor*innen
Maria Manti
Abstract
Der vorliegende Beitrag untersucht die Figur des Hundes als zentrale Schwellenfigur in Peter Flamms Roman Ich? (1926), an der sich die Krise des Subjekts, die Instabilität der Erzählwelt und die Fragilität des Menschlichen bündeln. Ausgehend von Roland Borgards’ Konzept der dynamischen Relation zwischen diegetischem und semiotischem Tier wird der Hund als narrativer Operator analysiert, der Übergänge strukturiert und Grenzzonen markiert. Auf dieser Grundlage wird die Figur psychoanalytisch im Anschluss an Sigmund Freud gelesen: Der Hund fungiert als Auslöser der Ich-Spaltung und als Externalisierung eines traumatisch destabilisierten Subjekts. Abschließend wird diese Konstellation im Sinne Giorgio Agambens theoretisch zugespitzt, indem der Hund als Marker der anthropologischen Schwelle zwischen Mensch und Tier interpretiert wird. Der Beitrag zeigt, dass die Figur des Hundes nicht bloß symbolisch, sondern epistemisch wirksam ist und eine zentrale Rolle in der Darstellung der modernen Subjektkrise einnimmt.
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